Erfahrungen

Unterschiedliche Perspektiven

Das Bildungsportal-Lippe ist das Ergebnis langjähriger Erfahrungen mit unserem Bildungssystem aus unterschiedlichen Perspektiven. Diese unterschiedlichen Perspektiven sind u.a. das Resultat der Biografien der Gründer dieses Bildungsportals, Heinz Queren und Klaus Keßler.

Heinz Queren war Leitende Regierungsschuldirektor bei der Bezirksregierung Detmold. In den 80er Jahren war er federführend beim Kollegschulversuch in NRW und setzte sich leidenschaftlich für die Gleichwertigkeit von allgemeiner und beruflicher Bildung ein. Als Leiter der Geschäftsstelle für EU-Modellversuche bei der Bezirksregierung Detmold schuf er in den 90er Jahren die Grundlage für technische und pädagogische Innovationen an den Berufskollegs in Ostwestfalen-Lippe. Die Vernetzung von Berufskollegs mit Betrieben, Kammern, Verbänden und der Arbeitsagentur wurde unter der Leitung von Heinz Queren weiter ausgebaut.

Klaus Keßler nahm bis 1991 das Berufsbildungssystem primär von außen als Bildungs- und Berufssoziologe wahr. Bereits in seine Diplomarbeit (1984) an der Fakultät für Soziologie der Universität Bielefeld befasste er sich mit regionalen Problemen der Berufsausbildung. 1985 folgte eine erste vergleichende Regionalanalyse für damals 37 Arbeitsamtsbezirken in Deutschland im Auftrag der Hans-Böckler-Stiftung. 1993 wurden Strukturprobleme beruflicher Weiterbildung in Ostwestfalen-Lippe im Rahmen seiner Dissertation an der Universität Bielefeld analysiert. 1994 veröffentlichte Klaus Keßler die Weiterbildungsstudie für Ostwestfalen-Lippe (Band 1 u. 2 Hrsg.: Bezirksregierung Detmold).
Ab 1992 lernte Klaus Keßler als Lehrer an einem öffentlichen Berufskolleg das Bildungssystem aus der Innensicht kennen und ist auch seit 1992 Mitglied im Berufsbildungsauschuss der IHK Lippe zu Detmold als Arbeitnehmervertreter der IG Metall.

Ab 1995 kreuzten sich erstmalig die Berufswege von Heinz Queren (Projektleiter) und Klaus Keßler (Projektmitarbeiter) in der Geschäftsstelle für Modellversuche (GfM) bei der Bezirksregierung Detmold. Zahlreiche BMBF-Projekte, primär im medienpädagogischen Bereich wurde durchgeführt und wissenschaftlich begleitet.

Nachdem Heinz Queren 2001 in den Ruhestand ging, begleitete er zusammen mit Klaus Keßler die Planungsphase und zwei Jahre der Durchführungphase des Projekts "Regionet-OWL" im Rahmen des BMBF-Programms "Lernende Regionen" als Qualitätsmanager bis Ende 2004 im Auftrag des Kreis Lippe.
Beide waren im Auftrag des Landrats Friedel Heuwinkel für die Qualitätsprüfungen von Teilprojekten u.a. im Bereich des Regionalen Bildungsbüros Herford zuständig.

Nicht nur dort lernten sie neben guten Projektergebnissen auch die Schattenseiten großer Projekte kennen. Sie machten auf fehlende Transparenz, fehlende Arbeitsergebnisse und Unregelmäßigkeiten bei der Finanzierung aufmerksam und forderten ein stärkeres Finanzcontrolling.

Heinz Queren erlitt 2005 einen schweren Herzinfarkt, den er zwar überlebte, von dem er sich in den folgenden Jahren aber nicht erholen konnte. Er verstarb am 14.6.2011. Ein Nachruf finden Sie hier...

Klaus Keßler arbeitete von 2005 bis 2007 als Projektleiter im Bildungsbüro-OWL bei der Bezirksregierung Detmold und seit über 25 Jahren im Schuldienst als Fachlehrer für Projektmanagment, Produktentwicklung und Informationstechnik an einem öffentlichen Berufskolleg tätig. Er arbeitet ehrenamtlich als gewerkschaftlicher Funktionsträger für die IG Metall und die GEW.

Fehlende Transparenz

Die Gründer dieses Bildungsportals haben aus unterschiedlichen Perspektiven immer wieder die mangelnde Transparenz und die zunehmende Bürokratisierung des Bildungssystems beklagt. Den Gedanken von „regionalen Bildungslandschaften“ begegnete sie mit zunehmender Skepsis, forderten konkrete, messbare Ziele, systematische Erfolgskontrollen verbunden mit einer überregionalen Koordination.
Während Klaus Keßler als Empiriker größeren Wert auf vergleichbare Regionalstatistiken gelegt hat, ging es Heinz Queren stärker um qualitative Analysen des Bildungssystems durch exemplarische Fallstudien. Leider war es Heinz Queren, bedingt durch seinen Gesundheitszustand, nicht mehr möglich diesen Aspekt hier umzusetzen. Bis zuletzt hat er allerdings mit Nachdruck auf die Notwendigkeit von "authentischen Geschichten aus der Schule" hingewiesen, damit "deutlich wird was hinter den Zahlen steckt". Es bleibt abzuwarten, ob und wie dieser Wunsch unter Berücksichtigung von personellen Ressourcen zukünftig hier umgesetzt werden kann.