Presse

DER Spiegel Nr. 47/ 21.11.2011

Unter der Überschrift "Die Bildungsstudie 2011 -Wo die klugen Deutschen leben-" berichtet der SPIEGEL über den Deutschen Lernatlas.
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Eine kritische Stellungnahme zur "Vermarktung der Bertelmann-Studie" durch den SPIEGEL finden Sie hier...

NW: OWL schneidet schlecht ab

NW 22.11.2011

Lokalpresse Kreis Lippe

"SPD: Kreis braucht 15 Berufsbegleiter"; LZ vom 2.1.2012, Externer Link ohne jede Gewährleistung oder Haftung hier...
"Das Rote Licht wehrt sich nach Kräften"; LZ vom 20.12.2011, Externer Link ohne jede Gewährleistung oder Haftung hier...
"Beim Lernen Schlusslicht im Land"; LZ vom 22.11.2011, Externer Link ohne jede Gewährleistung oder Haftung hier...
"Methodik ist kaum zu durchschauen" LZ vom 25.11.2011, Externer Link ohne jede Gewährleistung oder Haftung hier...

"Jetzt richtig therapieren"; LZ vom 1.12.2011, Externer Link ohne jede Gewährleistung oder Haftung hier...
"Dräger legt den Finger in die Wunde", LZ vom 2.12.2011, Externer Link ohne jede Gewährleistung oder Haftung hier...

Presseerklärung des Kreis Lippe

Lernatlas 2011: Letzter Platz des Kreises Lippe nicht nachvollziehbar – Experten geben Rückendeckung
 
Mit großem Unverständnis haben die verantwortlichen Bildungsakteure auf Kreisebene die Ergebnisse des Lernatlas 2011 der Bertelsmann-Stiftung reagiert. „Platz 144 von 144 verglichenen Kreisen suggeriert eine schlechte Bildungsarbeit in Lippe. Das können und wollen wir nicht so stehen lassen“, betonte Landrat Friedel Heuwinkel jetzt in einem Pressegespräch im Detmolder Kreishaus.
 
Nachdem am Montag die Studie veröffentlicht worden war, hat sich der Kreis in den vergangenen Tagen intensiv mit den erhobenen Daten beschäftigt. Seine Einschätzung relativiert das schlechte Abschneiden Lippes: „Die Studie ist eine statische Momentaufnahme, die keinerlei Entwicklungen berücksichtigt“, bemängelt Markus Rempe, Vorstandsvorsitzender der Lippe Bildung eG, die Forschungsweise des Atlas. Das Zustandekommen der Rangplätze sei intransparent und die Methodik der Studie kaum zu durchschauen. „Die Zahlen beziehen sich auf das Jahr 2009, teilweise sogar auf das Jahr 2006“, weist er auf das veraltete Zahlenmaterial hin. Besonders mit der Bildungsgenossenschaft und dem Bildungsbüro hat der Kreis aber in den vergangenen Jahren seine Bemühungen im Bildungsbereich stetig intensiviert und Instanzen geschaffen, die viele erfolgreiche und nachhaltige Projekte auf den Weg gebracht haben. „Diese Anstrengungen werden in dem Lernatlas an keiner Stelle berücksichtigt und die geleistete Arbeit mit einem Schlag zu Nichte gemacht“, zeigt sich Hans Böke, Fachbereichsleiter Bildung beim Kreis Lippe, enttäuscht über das verzerrte Bild, das nun auf den gesamten Kreis falle. „Mit dieser derart undifferenzierten Darstellung hat die Bertelsmann-Stiftung, die eine führende Rolle beim Aufbau kommunaler Bildungslandschaften beansprucht, großen Schaden verursacht“, unterstreicht auch Landrat Friedel Heuwinkel.
 
Besonders in dem Bereich „Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss“ hat Lippe laut Studie schlecht abgeschnitten. Tatsächlich lag die Quote im betrachteten Jahr 2009 mit 6,7 Prozent über dem Landesdurchschnitt. Betrachtet man aber die Jahre 2007, 2008 und 2010 wird deutlich, dass die Quote in diesen Jahren mit 4,8 bzw. 5,3 Prozent unter dem Durchschnitt lag. „So entstehen durch eine reine Querschnittsbetrachtung verzerrte Ergebnisse, die für den Kreis Lippe fatal ausfallen“, erläutert Dr. Claudia Böhm-Kasper, zuständig für das Bildungsmonitoring beim Kreis Lippe.
 
Beim Indikator „Junge Erwachsene (20 bis 24 Jahre) mit höherem Schulabschluss“ belegt der Kreis mit einem Anteil von 59,95 Prozent Rang 134. Hier ist eine doppelte Verzerrung festzustellen: Zum einen handelt es sich erneut nur um eine Zeitpunktbetrachtung. Zum anderen entstammen die Daten dem Mikrozensus, die auch den Kreis Minden-Lübbecke einschließen. Allgemein ist festzuhalten, dass nur für 16 der 38 betrachteten Indikatoren tatsächlich Kreisdaten vorliegen. „Die Vergleichbarkeit der 144 Kreise ist aufgrund unterschiedlicher Landesgesetzgebungen und unterschiedlicher Rahmenbedingungen, wie der wirtschaftlichen Situation einer Region oder der Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund, zweifelhaft“, sagt Landrat Heuwinkel Auch das Deutsche Institut für Internationale Pädagogische Forschung gibt dem Kreis in seiner Einschätzung Rückendeckung: „Aus unserer Sicht weisen die gewählten Verfahren vor allem in Bezug auf die regionalen Aggregate der einbezogenen Kennzahlen gravierende Mängel auf, so dass die vorgenommenen Eingruppierungen der Kreise in Rangreihen nicht vertretbar sind“.
 
Heuwinkel weist aber auch darauf hin, dass natürlich an einigen Stellen Handlungsbedarf bestehe: „In Lippe ist das Verhältnis von gemeldeten Bewerber auf einen Ausbildungsplatz zu den tatsächlich vorhandenen Ausbildungsplätzen seit jeher ungünstig. Doch auch hier haben wir mit unseren Berufskollegs in den vergangenen Jahren Strukturen geschaffen, um unversorgte Jugendliche aufzufangen und umfassende qualifizierende Bildungsgänge geschaffen“. Die darüber hinaus noch unversorgten Bewerber würden durch intensive gemeinsame Anstrengungen der Agentur für Arbeit, der Kammern und der Koordinierungsstelle Schule-Beruf betreut. „Von 1000 unversorgten Jugendlichen im Juni 2011 konnte die Zahl bis September auf 97 reduziert werden. Und auch diese Jugendlichen werden weiter beraten und betreut und erhalten ein konkretes Angebot“, sagt er.
 
Vom negativen Ergebnis im Lernatlas 2011 will sich der Kreis in seiner Bildungsarbeit nicht entmutigen lassen: „Wir werden auch künftig alles dafür tun, Bildung zu fördern und zu gestalten“, betonen die vier Kreisakteure.
 
Am 1. Dezember findet eine Sondersitzung des Bildungsausschusses zu dem Thema statt. Hier soll ein Vertreter der Bertelsmann-Stiftung Rede und Antwort stehen. Darüber hinaus wird auch das Deutsche Institut für Internationale Pädagogische Forschung anwesend sein.