Paderborn

Platz 118 von 176 ist kein Grund für Zufriedenheit

Paderborn schneit im Vergleich zu den anderen Arbeitsmarktregionen aber besser ab

Im Arbeitsagenturbezirk Paderborn wurden im Berufsbildungsjahr 2011 (Oktober 2010 bis September 2011) insgesamt 3685 Berufsausbildungsverträge neu abgeschlossen. Wie IT.NRW als Statistisches Landesamt mitteilt, waren das 72 Ausbildungsverträge mehr als im Vorjahr (+1,99 Prozent). Dieser Zuwachs liegt deutlich unter dem Landesdurchschnitt von +3,5%.

Diese Steigerung hat aber überhaupt nicht gereicht, um der immer noch anhaltenden hohen Nachfrage nach Lehrstellen gerecht zu werden. Die Zahl der unversorgten Bewerber ohne jegliche Alternative lag in dieser Region bei 57. 613 Bewerber landeten im sog. Übergangssystem, also in Maßnahmen der Arbeitsagentur oder in Vollzeitbildungsgängen der Berufskollegs. Sie haben keinen Ausbildungsplatz bekommen und halten sich mit Bewerbungstrainings, Einstiegsqualifizierungen und Praktika über Wasser oder versuchen einen höheren Schulabschluss zu erreichen, oft ohne Aussicht auf Erfolg. So verlassen mehr als 1/3 der Schulabgänger (38,9% 2010) der Berufskollegs die Vollzeitbildungsgänge ohne Abschluss.

120 Ausbildungsstellen blieben in unbesetzt.

Unter Berücksichtigung der Bewerber in Warteschleifen fehlen nach Ansicht der Gewerkschaften in der Arbeitsmarktregion Bielefeld rd. 400 Ausbildungsplätze.

Unter Berücksichtigung des Übergangssystems errechnet das Bundesinstitut für Berufsbildung, Bonn den Versorgungsgrad für alle Regionen in Deutschland. Schaut man nun auf die neuesten Daten des BIBB, so belegt die Arbeitsmarktregion Paderborn Rang 118 von 176. Auf 100 Bewerber entfallen hier 90 Ausbildungsstellen. Paderborn ist damit im Hinblick auf das Verhältnis von Angebot und Nachfrage im bundesdeutschen Vergleich immer noch ein Notstandsgebiet.

Die Zeitreihe von 2001 bis 2011 für den Ausbildungsstellenmarkt im AA-Bezirk Paderborn finden Sie hier... [14 KB]

Die Ranking-Tabelle für 2011 finden Sie hier... [49 KB]