Veröffentlichungen

Subventionsbetrug auf pädagogischen Hinterhöfen

Die Neue Westfälische berichtet am 23.5.2013 unter der Überschrift "Kreis Herford verweigert sich" über die regionalen Fortschritte beim Umbau des Übergangssystems in NRW.
Der Kreis Herford ist in NRW die letzte Kommune, von der es im Hinblick auf die regionale Koordinierung keinerlei Rückmeldung gibt. Zudem wird über Doppelabrechnungen von Leistungen im Bereich der Berufsorientierung berichtet, die in der Grauzone zwischen Mitnahmeffekten und Subventionsbetrug einzuordnen sind.

Den kompletten Bericht finden Sie hier... (externer Link ohne jegliche Verantwortung)

Die Neue Westfälische berichtete in der Zeitungsbeilage "Blick in die Zeit" vom 16.5.2013 für eine Tageszeitung sehr ausführlich über die geplante Umgestaltung des Übergangssystems in NRW und spricht von einer "Kalten Inklusion" an den Berufskollegs.

Den Bericht finden Sie hier... (externer Link ohne jegliche Verantwortung)

Unbequeme Wahrheiten zum Übergangssystem

09.07.2012 Im Zusammenhang der Neugestaltung der Ausbildungsvorbereitung an Berufskollegs in Nordrhein-Westfalen hat Professor Dr. Martin Baethge vom Soziologischen Forschungsinstitut an der Universität Göttingen (SOFI) Schulministerin Sylvia Löhrmann das Gutachten zur “Situation und Perspektiven der Ausbildungsvorbereitung von Jugendlichen mit besonderem Förderbedarf“ übergeben.
In die vorgelegte qualitative empirische Studie wurden zwölf Berufskollegs einbezogen, die unterschiedliche Bildungs- und Arbeitsmarkt­konstellationen NRWs repräsentieren und große Erfahrung in der Ausbildungsvorbereitung aufweisen. Das Gutachten zeigt eine große Bandbreite von Gestaltungsansätzen für die Ausbildungsvorbereitung und deckt die Bedingungen und Probleme auf, mit denen sich die Lehrkräfte der Berufskollegs konfrontiert sehen und die bei der Neugestaltung berücksichtigt werden sollten. Die Forscher sehen immer dort besonderen Erfolg in der Arbeit mit den Jugendlichen, wo sich Berufskollegs entschieden haben, die Ausbildungsvorbereitung als eigene strukturelle Einheit zu etablieren, in der die Lehrerinnen und Lehrer im Team zusammenarbeiten, sich in besonderer Weise fortbilden und sich Kompetenzen in Bezug auf die Förderbedarfe der Jugendlichen aneignen.

Da nach Einschätzung der Forscher die Gruppe der Jugendlichen mit besonderem Förderbedarf heterogen bleiben und eher schwieriger wer­den wird, empfehlen sie, den Berufskollegs Möglichkeiten zur stärkeren Differenzierung und Flexibilisierung der Ausbildungsvorbereitung zu verschaffen. Eine Ausweitung der Professionalisierung in der Lehrerausbildung und in der Lehrerfortbildung müsse darüber hinaus einen besonderen Stellenwert erhalten, so die Forscher.

Das Gutachten bestätigt in weiten Teilen die beabsichtigten Reform­vorhaben des Ministeriums für die Klassen der Ausbildungsvorbereitung in den Berufskollegs mit einem stringenteren Aufbau der Bildungsgänge, der Stärkung sowohl von allgemeinbildenden Kompetenzen als auch von unmittelbaren beruflichen Anschlussmöglichkeiten. So sollen „Warteschleifen“ in Zukunft vermieden werden. Professor Baethge sieht in dem Plan, bisher „zersplitterte berufsschulische Formen der Ausbil­dungsvorbereitung in einem einheitlichen Ausbildungsvorbereitungsjahr zusammenzuführen und neu zu gestalten“, einen wichtigen Beitrag zur Lösung des Problems.

Ministerin Löhrmann: „Wir brauchen eine dualisierte Ausbildungsvor­bereitung, die den Jugendlichen einfache und klare Wege ohne Um­wege aufzeigt. Den Jugendlichen soll dafür in den Berufskollegs ein arbeitsmarktgerechtes Bildungsangebot bereitgestellt werden, das sie zu dem Ziel möglicher und angestrebter Berufsausbildungen führt.“ Die Ministerin beabsichtigt, die Empfehlungen des Gutachtens im Herbst gemeinsam mit den Wissenschaftlern, den Schulen sowie den weiteren Akteuren im Bereich des Übergangs von der Schule in den Beruf in einem Workshop zu diskutieren.

Das Gutachten finden Sie auf der Internetseite www.berufsbildung.nrw.de hier..

Quelle: Pressemitteilung des MSW vom 5.7.2012

Veröffentlichungen

Severing, E.: Übergänge mit System? Zu viele Jugendliche im Übergangssystem und zu wenige Fachkräfte für die Wirtschaft. Foliensatz. Hamburg 2009. Die Folien finden Sie hier...

Zum Übergangssystem an den Berufskollegs im Kreis Lippe wurde 2008 eine interessante Studie veröffentlicht, die die Problemlagen aus verschiedenen Perspektiven verdeutlicht. Die Untersuchung von Barbara Künnemann finden Sie hier...

Eine kommentierte Zusammenfassung der Studie finden Sie hier... [30 KB]

Baethge, M.; Solga, H.; Wieck, M.: Berufsbildung im Umbruch. Signale eines überfälligen Aufbruchs. Friedrich-Ebert-Stiftung (Hrsg.). Berlin 2007
Die Studie finden Sie hier...

Eine Zusammenfassung der Studie von Martin Baethge, Heike Solga und Markus Wieck vom Soziologischen Forschungsinstitut an der Uni Göttingen (SOFI) finden Sie hier... [117 KB]

Lesen Sie eine interessanten Artikel zum Thema "Warteschleifen" aus der ZEIT vom 19.10.2006 hier... [212 KB]
Einen Beitrag zur Quantifizierung der Warteschleifen und zum Problem der Messung von Angebot und Nachfrage am Ausbildungsstellenmarkt finden Sie hier... [44 KB]

Einen Beitrag zur Berufsvorbereitung an den Berufskollegs in NRW finden Sie hier... [29 KB]

Weitere Literatur zum Thema:

Greinert, W.D. (2007) Kernschmelze - der drohende GAU unseres Berufsbildungsystems. Berlin 2008

Fast 40% der Bewerber im Übergangssystem

Ausbildungschancen nach schulischer Vorbildung

Das Durchschnittsniveau in der Berufsbildung ist zwischenzeitlich der Realschulabschluss. Wer darunter liegt, hat es sehr schwer: "Die Verschlechterung der Ausbildungschancen verteilt sich extrem ungleich nach schulischer Vorbildung." Nur zwei Fünftel der Hauptschüler schaffen es, eine Lehrstelle im dualen System zu bekommen, von den Abgängern ohne Abschluss sogar nur ein Fünftel", so eine Studie des SOFI-Instituts (Baethge/Solga/Wieck: Berufsbildung im Umbruch. Signale eines überfälligen Aufbruchs, Berlin, 2007)
Die die es nicht schaffen versammeln sich im Übergangssystem. Dabei handelt es sich "weniger um eine ,Vorbereitung` auf eine voll qualifizierende (insbesondere duale) Ausbildung" sondern um den Einstieg in eine Phase der Unsicherheit, die oft von Maßnahmekarrieren geprägt ist." (S. 51)

Junge warum hast du nichts gelernt...?

So beginnt ein Nr.1-Hit von den Ärzten. "Weil du in der Wareschleife weilst..." könnte die Antwort lauten. Dort befinden sich nach der SOFI-Studie etwa 80 Prozent der Schulabgänger ohne Abschluss, rund 60 Prozent der Hauptschüler, und immer noch mehr als 25 Prozent der Realschüler."Maßnahmen im Übergangssystem sind häufig der Beginn von Maßnahmekarrieren", resümieren die Forscher. Nur knapp 40 Prozent der Teilnehmer schaffen anschließend den Sprung zu einer regulären Berufsausbildung. Kritisiert wird auch die Berufsvorbereitung und die Berufsgrundbildung an den berufsbildenden Schulen (in NRW Berufskollegs). Drei Viertel der Schüler verlassen diese Schulform, ohne etwas Zählbares mitzunehmen.