Ausbildungsbilanz 2013

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Bund Die Ausbildungsbilanz 2013 für die Bundesrepublik Deutschland

NRW Die Ausbildungsbilanz 2013 für NRW

OWL Die Ausbildungsbilanz 2013 für Ostwestfalen-Lippe, exklusiv nur hier!

Lippe Ausbildungsbilanz 2013 für den Arbeitsagenturbezirk Detmold (=Kreis Lippe)

Herford Die Ausbildungsbilanz 2013 für den Arbeitsagenturbezirk Herford

Bielefeld Die Ausbildungsbilanz 2013 für den Arbeitsagenturbezirk Bielefeld

Paderborn Die Ausbildungsbilanz 2012 für den Arbeitsagenturbezirk Paderborn

Entwicklung besorgniserregend

OWL: Abwärtstrend auf dem Ausbildungsstellenmarkt setzt sich 2013 weiter fort

Lehrstellen auf dem niedrigsten Stand seit 2007 trotz erhöhter Bewerberzahlen mit guten Abschlüssen,- besonders das Handwerk schwächelt

Detmold, 24.1.2013. Jetzt ist es amtlich. Die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe geht weiter zurück. Obwohl durch den doppelten Abiturjahrgang noch nie so viele Schulabgänger wie je zuvor 2013 in Ostwestfalen-Lippe einen Ausbildungsplatz gesucht haben (rd. 18.000), ging die Zahl der neuabgeschlossenen Ausbildungsverträge im vergangenen Ausbildungsjahr weiter zurück (-3,6%; -564) und erreichte mit 15.003 einen Tiefstand seit 2007.

Für diese Entwicklung sind im Prinzip alle Wirtschaftsbereiche verantwortlich, wenn auch in unterschiedlichen Maße. Im Bereich von Industrie und Handel (IHK) beträgt der Rückgang lediglich 1,3% (-123), während besonders im Handwerk mit -7,5% (-318) bei den freien Berufen (Arzt-, und Rechtsanwaltsgehilfen) mit -6,6% (-84) und in der Landwirtschaft mit -14,4% (-51) die Ausbildungsbereitschaft zurückgegangen ist.

Diese Entwicklung ist keineswegs auf ein Mangel an (geeigneten) Bewerber zurückzuführen. Mehr als 60% der ausbildungswilligen Jugendlichen ohne Lehrstelle verfügten 2013 nach Angaben der Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit mind. über einen Realschulabschluss.

Als Folge dieser Entwicklung kletterte der Zahl der unversorgten Bewerber (mit und ohne Alternative) in OWL auf rd. 3000. Der höchste Stand seit dem Krisenjahr 2009. Besonders dramatisch ist der Anstieg der Unversorgten ohne jegliche Alternative um über 50% (+321) auf 936, während die Jugendlichen in zumeist schulischen Warteschleifen mit rd. 2000 auf einem hohem Niveau verbleiben. Über die Hälfte verlassen die Warteschleifen ohne zählbaren Erfolg und gehen in diesem Jahr als sog. „Altbewerber“ erneut auf Lehrstellensuche.

Durch diese ungünstige Entwicklung von Angebot und Nachfrage auf dem Lehrstellenmarkt in OWL hat sich ein Faktor zur Beurteilung der Bildungsregion, die sog. Angebots-Nachfrage-Relation (ANR) weiter verschlechtert. Bei dem neuen Ranking der nunmehr auf 156 reduzierten Arbeitsmarktregionen in Deutschland landen die Agenturbezirke Bielefeld (115) Lippe (125), und Herford (144) alle weiterhin im unteren Tabellendrittel, während lediglich der Agenturbezirk Paderborn (102) im unteren Mittelfeld rangiert.

Der Ausbildungsmarkt ist somit wahrlich kein Aushängeschild für die Bildungsregion Ostwestfalen-Lippe.

Die amtlichen Daten wurden zur Jahreswende vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) veröffentlicht. Das Bildungsportal-Lippe hat die Daten der vier Arbeitsagenturbezirke in OWL zu einer Gesamtstatistik für den Regierungsbezirk Detmold zusammengefasst.

Die Gewerkschaften sehen vor dem Hintergrund der aktuellen amtlichen Zahlen einen dringenden Handlungsbedarf : „Eine neue Bundesregierung sollte durch eine gesetzliche Ausbildungsplatzgarantie sicherstellen, dass alle ausbildungsinteressierten Jugendlichen auch einen Ausbildungsplatz bekommen und nicht in Warteschleifen oder ungewünschte Alternativen abgeschoben werden“, so die stellvtr. DGB-Vorsitzende Elke Hannack in einer Presseerklärung.

Dunkle Wolken über dem Ausbildungsstellenmarkt

Am 11.9.2013 tagte bei der Bezirksregierung die Kommision für Bildung, Wissenschaft und Integration des Regionalrates OWL. Auf der Tagesordnung stand u.a. die Ausbildungssituation in OWL. Das was dort die Akteure von den Kammern und der Bundesagentur für Arbeit zu berichten hatten, läßt erahnen wie die Ausbildungsbilanz für 2013 ausfallen wird. Ein endgültiges Ergebnis konnte noch nicht präsentiert werden, weil erst der 30.9. der reguläre Stichtag für die Gegenüberstellung von Angebot und Nachfrage auf dem Lehrstellenmarkt ist. Die vorläufigen Berichte geben aber Anlass zur Besorgnis.

Die Arbeitsagenturen in OWL registrierten für 2013 mit 18.035 Bewerbern den höchsten Wert seit 2011, wärend die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen diesem Trend nur bis 2012 folgte und 2013 mit 12.527 unter dem Stand des Vorjahres liegt. 3621 Bewerber waren am 11.9. noch unversorgt. Die Schulabschlüsse der unversorgten Bewerber sind recht gut. 70% haben mehr als einen Hauptschulabschluss.

Die Kammern bestätigen weitgehend den Rückgang des Lehrstellenangebots, abgesehen von der IHK Bielefeld, die keine diesbezüglichen Zahlen vorlegte. (Warum eigentlich nicht? Entsprechende Daten lagen per 31.8. vor!). Die IHK Lippe zu Detmold zeigt demgegenüber mehr Transparenz und meldete einen Rückgang von 4,4% gegenüber dem Vorjahr und 8,8% gegenüber 2011.

Die Handwerkskammer OWL registrierte per 31.8. einen Rückgang von 4,3% gegenüber dem Vorjahr und rd. 6% gegenüber 2011.

Die Daten zur Entwicklung der neuabgeschlossenen Verträge und der Lehrstellenbewerber finden Sie hier (Externe Links ohne jegliche Haftung oder Gewährleistung!):
Daten der Agenturen für Arbeit (OWL) finden Sie hier...
Daten der Handwerkskammer OWL finden Sie hier...
Daten der IHK Lippe finden Sie hier...

Stellungnahmen und Kommentare zur akuellen Entwicklung auf dem Ausildungsstellenmarkt finden Sie hier...

Einen Pressebericht zur Situation auf dem Ausbildungsstellenmarkt in der NW vom 19./20.10.2013 finden Sie hier...
"Erläuterungen" der IHK Bielefeld dazu in der NW vom 23.10.2013 finden Sie hier... und hier...

Informationen zur Entwicklung des Übergangssystems finden Sie hier...